Tausende Schwerstkranke in Deutschland warten auf ein Spenderorgan. Doch in den Krankenhäusern tut man sich oft schwer, mögliche Organspender zu identifizieren. Das soll sich nun ändern. Am Donnerstag diskutierte der Bundestag über eine Änderung des Transplantationsgesetzes.

Organspendezahlen nachhaltig zu erhöhen 

Rund 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Ein unhaltbarer Zustand. Im Bundestag zeichnete sich daher am Donnerstag eine breite Unterstützung für Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Gewinnung von mehr Spenderorganen ab. Spahn plant mit seinem Gesetzentwurf, die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen in den Entnahmekrankenhäusern beziehungsweise für die Entnahmekrankenhäuser zu schaffen, um die Organspendezahlen nachhaltig zu erhöhen. Damit die Transplantationsbeauftragten die notwendige Freistellung von ihren sonstigen Aufgaben im Entnahmekrankenhaus erhalten, soll zum Beispiel eine bundesweit einheitlich klar definierte Freistellungsregelung in das Gesetz aufgenommen werden. Diese sieht laut Regierung eine anteilige Freistellung der Transplantationsbeauftragten von ihren sonstigen Aufgaben "abhängig von der Anzahl der in einem Entnahmekrankenhaus vorhandenen Intensivbehandlungsbetten" vor. Zudem soll die Freistellung der Transplantationsbeauftragten den betroffenen Krankenhäusern zukünftig vollständig refinanziert werden. Bisher war das nicht der Fall. Außerdem soll die Position der Transplantationsbeauftragten ausgebaut werden, indem diese "Zugang zu den Intensivstationen erhalten, alle erforderlichen Informationen zur Auswertung des Spenderpotenzials erhalten und hinzuzuziehen sind, wenn Patientinnen und Patienten nach ärztlicher Beurteilung als Organspender in Betracht kommen".

 

 

Pilsinger mit Gesetzentwurf zufrieden

"Der Gesetzesentwurf baut auf der zentralen Erkenntnis auf, dass die niedrigen Organspendezahlen in Deutschland auf Probleme im Prozess der Organspende zurückzuführen sind. Das ist richtig und daraus zieht der Gesetzentwurf die richtigen Schlüsse", so CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger im Plenum. Pilsinger lobte den Gesetzentwurf zudem, da er die Krankenhäuser, in denen die Organe entnommen werden, klar in den Mittelpunkt stelle. 
 

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