Deutsches Stromnetz stößt bald an Grenzen seiner Leistungskapazitäten
Zu den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, zeitnah ein Gesetz vorzulegen, das die Bauzeiten neuer Stromtrassen verkürzen soll, erklären der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher, Alexander Dobrindt, und der Vorsitzende der Energie- und Klimakommission der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Georg Nüßlein:
Der vereinbarte Ausbau regenerativer Stromquellen wird vom bestehenden Stromnetz limitiert. Das deutsche Stromnetz droht an die Grenzen seiner Leistungskapazitäten zu stoßen und die Bauzeiten neuer Stromleitungen dauern oft zehn Jahre und länger, weil Genehmigungsverfahren und Klagen ein schnelleres Vorankommen verhindern. Das Anliegen von Bundesminister Glos muss deshalb dringend unterstützt werden.
Debatten über eine Erdverkabelung von Hochspannungstrassen, die im Rahmen der Planung und Genehmigung weniger Widerstand in der Bevölkerung hervorrufen sollen, sind allerdings nicht zielführend und müssen endlich vom Tisch. Die Erdverkabelung ist technisch zu aufwendig und zu teuer. Aus diesem Grund muss man Stromleitungen im Interesse von Versorgungssicherheit und neuen Energiequellen in Kauf nehmen und beim beschleunigten Genehmigungsverfahren ansetzen.
Eines Bürokratieabbaus bedarf es im Weiteren auch bei der Genehmigung neuer Kraftwerke. Dabei muss den ressourcenschonenden Erneuerbaren Energien speziell Vorrang eingeräumt werden. Wenn uns die Natur einen solchen Schatz schenkt, ist es unverständlich, dass etwa der Bau eines neuen Wasserkraftwerks am Widerstand der Naturschützer scheitert und dies auch noch in Abhängigkeit der Verwaltungspraxis im jeweiligen Bundesland. Insbesondere ist die unterschiedliche Genehmigungspraxis zu kritisieren.