Wir brauchen mehr Fachkräfte, aber kein Zuwanderungsgesetz und kein Punktesystem wie in Kanada
In der heutigen Kabinettssitzung hat die Bundesregierung den 12. Migrationsbericht beschlossen. Dazu erklärt der innen- und rechtspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Michael Frieser:
„Der diesjährige Migrationsbericht spricht von dem höchsten Wanderungsgewinn seit dem Jahr 1993 und belegt damit wieder, dass die Attraktivität Deutschlands als Einwanderungsland ungebrochen hoch ist. Während mehr als zwei Drittel der Zuwanderer aus EU-Nachbarländern zu uns kommen, ist im Vergleich zum Vorjahr besonders der Anteil der Asylbewerber aus Afrika angestiegen. Die Zuwanderung von Fachkräften hingegen stagnierte 2013 laut Migrationsbericht insgesamt auf Vorjahresniveau.
Das zeigt, besonders bei den Fachkräften und Hochqualifizierten müssen wir uns verstärkt um weiteren Zuwachs bemühen. Denn gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist klar: Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erhalten und in den kommenden Jahrzehnten leistungsfähig zu bleiben, brauchen wir eine passgenaue, aktive und vorausschauende Zuwanderungspolitik. Sie ist in vielen Bereichen eine der wirksamsten Waffen gegen den sich abzeichnenden Fachkräftemangel. Dazu brauchen wir aber kein Zuwanderungsgesetz und auch kein Punktesystem wie in Kanada. Wir müssen sorgfältig analysieren und effektive Strategien entwickeln, um auf dem internationalen Arbeitsmarkt passende Kandidaten anzuwerben und zu gewinnen. Auch die frühe Arbeitsmarktintegration der steigenden Anzahl von Asylbewerbern ist ein sinnvoller Baustein. Eine wichtige Grundvoraussetzung für alle Kandidaten ist dabei die Bereitschaft, schnell die deutsche Sprache zu erlernen.“
Hintergrund:
Mit dem jährlich vorgestellten Migrationsbericht soll die Bundesregierung Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung möglichst aktuelle und umfassende statistische Daten über die Migration in Deutschland zu Verfügung stellen. Dazu enthält der Bericht neben allgemeinen Wanderungsdaten auch Details über die verschiedenen Migrationsarten, illegale beziehungsweise irreguläre Migration sowie die Zusammensetzung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland und einen europäischen Vergleich zum Migrations- und Asylgeschehen.