Hier finden Sie den Beschluss der Sommerklausur der CSU im Bundestag vom 27./28. Juli 2026 in Kloster Banz.
Stärken, was Deutschland stark macht!
Wir modernisieren das Land: Wir flexibilisieren den Arbeitsmarkt, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Wir entrümpeln bei der Bürokratie, um Unternehmen und Bürger zu entlasten. Wir senken die Steuern für kleine und mittlere Einkommen. Wir bekämpfen den Sozialmissbrauch und stabilisieren unsere Sozialsysteme. Ein Reformpaket in diesem Umfang hat Deutschland seit Jahrzehnten nicht gesehen. Die CSU im Bundestag versteht sich als Treiber dieser Reformen. Wir haben Lust am Gelingen und wir arbeiten mit ganzer Kraft daran, dass es Deutschland wieder besser geht.
Den internationalen Wettlauf um Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Wohlstand werden wir aber nicht allein durch Strukturreformen gewinnen. Wir brauchen die klügsten Köpfe, die kreativsten Ideen und die stärksten Innovationen, damit Deutschland führende Industrie- und Exportnation bleibt. Die Politik muss dafür jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen – mit entschlossenen Investitionen in Forschung, Innovation und Technologie, mit attraktiven Anreizen für Wissenschaftler, Unternehmer und Gründer, mit persönlicher und wirtschaftlicher Freiheit, Sicherheit und Lebensqualität. Wenn wir es richtig machen, hat Deutschland viel zu bieten.
Als CSU im Bundestag stärken wir das, was Deutschland stark macht! Wir sind überzeugt: Technologieführerschaft ist kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage dafür, dass Menschen gut wohnen, arbeiten und leben können – und für sich und unsere Kinder zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wirtschaftlicher Erfolg ist die Basis, jedem Einzelnen ein Leistungsversprechen zu geben, um unser Land verteidigen zu können und unseren Sozialstaat am Leben zu halten. Dafür müssen wir Deutschland nicht neu erfinden, sondern den Erfindungs- und Ideenreichtum nutzen, den wir haben. Wir wollen durch Vorfahrt für Innovationen „Made in Germany“ zurück an die Spitze!
Gründungsboom weiter beschleunigen: Deutschland ist Gründerland! Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden über 3.000 Start-ups gegründet – das sind 52 Prozent mehr als noch sechs Monate zuvor. Es geht jetzt darum, aus jungen Unternehmen globale Player zu machen. Wir setzen uns weiter dafür ein, den Transfer in die konkrete Anwendung zu erleichtern und in Deutschland zu halten. Ausgründungen aus Universitäten sollen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel werden. Denn ein Drittel der Patente, die in Deutschland angemeldet werden, gehören Eigentümern im Ausland. Wir richten den universitären Fokus neu aus und wollen Patente und Technologietransfer stärker in Berufungs- und Karrierekriterien einbeziehen. IP (Intellectual Property)- und Lizenzierungsprozesse wollen wir schneller und forscherfreundlicher machen, z. B. über die sog. One-Stop-Gründung, entsprechende Förderportale, standardisierte Beteiligungsmodelle, niedrigere Einstiegskosten für Spin-offs und mehr Freiraum für Forscherinnen und Forscher bei der Ausgründung. Die Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung ist ein wichtiger Baustein, um noch mehr Innovationsdynamik in unserem Land zu entfachen. So läuten wir die neue technologische Gründerzeit ein – um aus Ideen von heute den Wohlstand von morgen zu schaffen.
Wagniskapital für Newcomer mobilisieren: Langfristiges Wirtschaftswachstum entsteht vor allem durch Ideen, die erfolgreich in marktfähige Geschäftsmodelle überführt und skaliert werden. Deutschlands hervorragende Ausgangsposition reicht nicht, denn auch Unternehmen, die hier mehrere Wagniskapital-Finanzierungsrunden absolviert haben, werden im Anschluss oft durch Investoren aus dem Ausland übernommen oder gehen an ausländischen Finanzplätzen an die Börse. Wir wollen daher einen verlässlichen Rahmen für private Investitionen schaffen und eine nationale Wagniskapital-Initiative nach israelischem Vorbild ausbauen. Hierbei trägt der Staat einen Teil des Risikos, indem er einen Anteil an den erforderlichen Wagniskapital-Investitionen übernimmt und gleichzeitig privaten Investoren das Recht gewährt, die staatliche Beteiligung einige Jahre nach der Investition zu einem garantierten Preis zu kaufen. Gleichzeitig wollen wir durch neue Finanzierungsquellen mehr institutionelles Kapital für Wagniskapital mobilisieren, zum Beispiel mit kapitalgedeckten Altersvorsorgeelementen entsprechend dem schwedischen Modell. Auch Wachstumsfinanzierungen mit Blick auf kleine und mittlere Unternehmen können mit geringen Prozentsätzen so angeschoben werden.
Mittelstandsnachfolge als nationale Aufgabe anpacken: Der Mittelstand und das Handwerk sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – und das soll auch so bleiben. Aber allein bis Ende 2029 planen pro Jahr rund 109.000 Inhaberinnen und Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen den Rückzug aus ihrem Unternehmen – mit dem Ziel, rechtzeitig eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden, um den Betrieb zu erhalten. Jedes vierte mittelständische Unternehmen erwägt eine Schließung nach dem Ruhestand der Inhaberin oder des Inhabers. Vor 20 Jahren waren nur 20 Prozent der Inhaber über 55 Jahre alt, heute sind es 57 Prozent. Wir wollen Betriebe und Arbeitsplätze schützen. Deshalb setzen wir uns für steuerliche Erleichterungen bei Betriebsübergaben, eine vereinfachte KfW-Finanzierung, eine Stärkung der beruflichen Bildung in Vorbereitung auf eine Betriebsübernahme sowie eine nationale Matching-Plattform für Nachfolgesuchende und Gründungsinteressierte im Sinne von „Deutschland sucht den Mittelstandsnachfolger“ ein. Darüber hinaus wollen wir die Erbschaftsteuer regionalisieren und die Freibeträge deutlich erhöhen. Künftig soll eine steuerfreie Unternehmensweitergabe in Form von Schenkung oder Erbschaft an leibliche und adoptierte Kinder möglich sein – so sichern wir auch den Fortbestand von Familienunternehmen.
Im Roboter-Gym für die Zukunft trainieren: Wir wollen eine Robotik-Roadmap 2030 ausrollen. Robotik ist ein wirksames Instrument, um den demografischen Engpass in Produktion, Logistik und Pflege zu begegnen. Bis 2030 wollen wir durch Förder- und Investitionsprogramme über eine Million neue Roboter in Betrieb bringen. Roboter sollen keine Arbeitsplätze verdrängen, sondern Lücken schließen und Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer entlasten. Dabei setzen wir auch auf Forschungs- und Trainingszentren für physische KI wie am Flughafen München, wo Roboter unter realen Bedingungen Prozesse von Menschen erlernen, die als kaum automatisierbar galten. Diese Roboter-Gyms sollen verstärkt auch mittelständischen Unternehmen offenstehen, was einen enormen Fortschritt für die Skalierung intelligenter Maschinen darstellt. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass sich der Bereich Robotik immer mehr zu einem Massenmarkt, wie Autos oder Smartphones, entwickelt. Dabei sind wir nicht nur führend in der Robotik-Forschung, sondern haben auch die Industrie, die Innovationen in Produkte umsetzen kann.
Dual Use stärken: Wir wollen die Synergieeffekte bei allen relevanten Sicherheitsakteuren heben und Forschung, Bundeswehr und Sicherheitsindustrie hierfür stärker vernetzen. Die zivilen und militärischen Innovationssysteme in Deutschland sind strukturell noch zu sehr getrennt. Deshalb wollen wir ein Förderprogramm für militärische Forschung an den Hochschulen auflegen, um Dual Use gezielt so früh wie möglich anzusetzen. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Ausschließen der Zivilklausel. Je mehr militärische Innovationen erlangt werden, desto mehr kann der zivile Bereich von Spillover-Effekten profitieren.
Unterstützungs-Dividende von Ukraine einfordern: Deutschland ist der größte Unterstützer der Ukraine in Europa – finanziell, militärisch und humanitär. Diese Unterstützung werden wir fortsetzen, denn sie zeigt Wirkung: Die deutsche Hilfe hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ukraine für ihren erfolgreichen Verteidigungskampf schlagkräftige Militärtechnologie entwickeln konnte – zum Beispiel im Bereich Marschflugkörper, Kampfdrohnen und Drohnenabwehr. An diesen Rüstungsinnovationen muss Deutschland teilhaben, um seine eigene Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit zu stärken. Wir fordern ein zwischenstaatliches Abkommen mit Kiew, in dem sich die ukrainische Seite verpflichtet, ihre technologischen Fähigkeiten mit uns zu teilen, damit wir gemeinsam stärker werden.
Mit Drohnen abschrecken: Nur wer sich verteidigen kann, wird nicht angegriffen. Wir wollen die Bundeswehr durch technologische Dominanz zur stärksten konventionellen Armee in Europa machen. Dazu gehört eine Drohnenflotte mit mindestens 100.000 Drohnen in allen Größenklassen, die durch die Einbeziehung von KI und eigenen weltraumgestützten Fähigkeiten ihre volle Durchsetzungsfähigkeit erhält. Wir setzen auf skalierbare Produktionskapazitäten durch Vorhalteverträge. Dabei sollen nicht die fertigen Drohnen ungenutzt auf Lager liegen, sondern Werkzeuge für die Massenproduktion vorbereitet werden. Die Produktion wollen wir im Ernstfall schnell hochfahren und die Drohnen dann mit der jeweils aktuellen Software ausstatten. So werden Schlüsseltechnologien im Inland gesichert und unsere Verteidigungsfähigkeit gestärkt. Zugleich stärken wir die Fähigkeiten und die Produktion im Bereich der drohnenbasierten Aufklärung und der Drohnenabwehr, insbesondere zum Schutz unserer kritischen Infrastrukturen.
Nationale Weltraum-Flotte entsenden: Wir müssen und wollen unser Land besser schützen – an Land, auf dem Wasser sowie in und aus der Luft. Denn Sicherheitspolitik findet immer mehr auch im Orbit statt. Mit der Bundeswehr wollen wir eine Weltall-Flotte mit mehr als 1.000 Satelliten für sichere Kommunikation für vernetzte Informationen, Aufklärung und ein hochpräzises Lagebild durch den Einsatz etwa durch Radarsatelliten und Spezialkameras bauen. Dadurch kann Deutschland maßgeblich die kollektive Verteidigung im NATO- und EU-Verbund stärken und technologischer Pionier bei der militärischen Absicherung des Weltraums werden.
Luft- und Raumfahrtstandort Deutschland voranbringen: Wir stärken den DLR-Standort in Bayern und stehen für einen Verbund von Weltraumforschung, Start-ups und bereits etablierten Unternehmen. Das Prinzip des Dual Use für Luft- und Raumfahrt sowie Rüstung wollen wir vorantreiben. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch bundesdeutsche Erfolge, wie die Nominierung eines Deutschen als ESA-Vertreter auf einer der kommenden Mond-Missionen. Die Rekordzeichnung von 5,4 Milliarden Euro bei der ESA-Ministerratskonferenz unterstreicht diese Ambition und die Bedeutung der Luft- und Raumfahrt mit Nachdruck. Mit einem nationalen Raumfahrtgesetz wollen wir Rechtssicherheit schaffen, internationale Verpflichtungen verlässlich umsetzen, Innovationen vorantreiben und das in Deutschland entstehende Raumfahrt-Ökosystem weiter unterstützen. Der Staat muss als verlässlicher Auftraggeber dahinterstehen, nicht nur als Förderer. Ein starkes, resilientes und innovatives Luft- und Raumfahrt-Ökosystem ist unser Ziel.
Deutschlands eigenen Zugang zum All sichern: Der Weltraum wird ökonomisch immer wichtiger für Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland und Europa dürfen dabei nicht in Abhängigkeiten geraten. Trägerraketen und Startplätze sind heute das Nadelöhr europäischer Souveränität. Wir wollen die Produktionskapazitäten für Trägerraketen und die Serienfertigung von Satelliten skalieren und Startplätze in Europa ausbauen. An einer deutschen Startplattform halten wir fest. Das stärkt Resilienz und Verteidigungsfähigkeit, unterstützt Europas New-Space-Unternehmen unmittelbar beim Kapazitätsaufbau und legt das Fundament für eine eigene europäische Raumfahrtökonomie.
Medikamente im Weltraum herstellen: Wir wollen durch die Herstellung von Arzneimitteln im Weltraum schaffen, was auf der Erde nicht möglich ist. In der Schwerelosigkeit entfallen Flüssigkeitsbewegungen und das Absetzen von Partikeln, was zu qualitativ hochwertigeren und kompakteren Ergebnissen führt. Im All können somit reinere und wirksamere Stoffe hergestellt werden. Die Behandlung von schweren Krankheiten wie Krebs könnte dann mit diesen Medikamenten erhebliche Erleichterungen für Patientinnen und Patienten mit sich bringen. Dazu brauchen wir mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie mehr, auch kommerzielle, Raumstationen mit Laboren. Wir wollen innerhalb der kommenden zehn Jahre das erste deutsche Medikamentenlabor im Weltall ermöglichen. Die medizinische Forschung im All soll in spezialisierten Lehrstühlen und Instituten gebündelt werden, um hier im internationalen Vergleich eine Führungsrolle einzunehmen.
Pole Position bei der zivilen Erdbeobachtung einnehmen: Wir wollen im Raumfahrtprogramm für Innovation und internationale Kooperation (RiKo) einen eigenständigen, dauerhaft abgesicherten Förderschwerpunkt „Zivile Erdbeobachtung“ stärken. Der globale Markt für satellitengestützte zivile Erdbeobachtung wird voraussichtlich von 3,5 Milliarden Euro in 2024 auf 7,9 Milliarden Euro bis 2034 anwachsen. Davon kann auch unsere Landwirtschaft enorm profitieren und als Wachstumstreiber fungieren. Europa hält aktuell mit 42 Prozent den größten Anteil am Weltmarkt für zivile und kommerzielle Erdbeobachtung – knapp vor den USA mit 41 Prozent. Diesen strategischen Vorsprung wollen wir durch gezielte nationale Investitionen sichern und ausbauen.
Hightech Agenda Deutschland vorantreiben: Mit den Technologie-Roadmaps der Hightech Agenda Deutschland liegt erstmals für jede prioritäre Schlüsseltechnologie ein gemeinsamer Fahrplan von Bund, Ländern, Wissenschaft und Wirtschaft vor – mit klaren Zielen und Meilensteinen. Dahinter stehen konkrete Vorhaben: Quantentechnologie und moderne Chips „Made in Germany", neue individuell auf den Tumor zugeschnittene mRNA-Krebsimmuntherapien und saubere Energie aus Fusion. Diesen Weg gilt es jetzt konsequent umzusetzen.
Eigenes KI-Basismodell entwickeln: Zunehmend basieren Technologien und Anwendungen, auch beim Staat und in der Verteidigung, auf einem der großen KI-Basismodelle (Large Language Model), die Grundlage für alle KI-Anwendungen sind. Diese werden bisher überwiegend in den USA und China entwickelt. Die kurzfristige Abschaltung der KI-Modelle von Anthropic durch die US-Regierung im Juni 2026 hat gezeigt, dass wir – je weiter Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft durchdringt – immer abhängiger von dem Wohlwollen Anderer werden. Mit Blick auf unsere Souveränität und unsere Sicherheit wollen wir in Europa mit eigenen KI-Modellen vorangehen – durch nationale Anstrengungen und eine Zusammenarbeit mit anderen EU-Staaten und Wertepartnern.
Europäische Souveränität bei Mikrochips und KI sichern: Auch, wenn Mikrochip-Lieferungen aus dem Ausland ausbleiben, müssen in unseren Fabriken die Fließbänder weiterlaufen. Deshalb begrüßen wir den Aufbau einer Chipfabrik in Deutschland und wollen das Halbleiter-Ökosystem in Deutschland dauerhaft absichern. Dazu müssen wir auch Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen, unter anderem von Seltenen Erden, reduzieren. Wir wollen eine europäische KI-Gigafactory nach Deutschland holen. Gleichzeitig legen wir den Fokus auf die flächendeckende industrielle Nutzung von KI jenseits von Pilotprojekten. Ziel ist es, dass Betriebe unabhängig von ihrer Größe KI kostengünstig und wettbewerbsfähig für sich nutzen können.
Weltmarktführer bei der Kernfusion werden: In Deutschland soll der weltweit erste Fusionsreaktor entstehen. Wir wollen Forschung und Entwicklung auf dieses konkrete Ziel bündeln. 1,7 Milliarden Euro des Bundes stehen in der aktuellen Legislaturperiode für die Fusionsforschung zur Verfügung. Wir wollen sowohl den Weg der Magnet- als auch der Laserfusion weitergehen, um beide Technologien voranzutreiben und Weltmarktführer zu werden. Kernfusion bietet die Chance auf eine sichere, klimaneutrale und langfristig nahezu unbegrenzte Energieversorgung und kann damit zu einem entscheidenden Standortvorteil für Deutschland werden. Aus dem Ökosystem der Kernfusion würden nationale Lieferketten entstehen, die zu technologischer Autarkie führen könnten. Gleichzeitig kann hier ein eigener Industriezweig mit hohem Exportpotential entstehen.
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