Es war eine Reise in die Vergangenheit – und doch führt sie in die Zukunft. Gerda Hasselfeldt war erneut im französischen Oradour-sur-Glane, um gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am 10. Juni an einer Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Die Gemeinde Oradour-sur-Glane, nahe der Stadt Limoges gelegen, steht für ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Die dort errichtete Gedenkstätte erinnert an ein Massaker der Waffen-SS im Jahr 1944, bei dem 642 Dorfbewohner ermordet wurden.

Bereits 2007 nahm Hasselfeldt als erste Bundespolitikerin an der Gedenkzeremonie in der französischen Gemeinde teil – damals noch inoffiziell. Es sei seitdem viel an gegenseitigem Vertrauen aufgebaut worden, so Hasselfeldt. „Ich bin glücklich und auch ein wenig stolz, dass so viele Freundschaften zwischen uns entstanden sind“, sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe weiter. Das hätte sie in Anbetracht des unermesslichen Leids nicht erwarten können.

Sie wisse noch sehr genau, was sie beim ersten Gang 2007 durch die Ruinen des zerstörten Oradour und das Erinnerungszentrum gefühlt habe. „Die tiefe Erschütterung über das, was ich dort gesehen habe, bewegt mich bis heute. Ich werde sie niemals vergessen. Der Schmerz der Hinterbliebenen war noch sehr groß, als ich das erste Mal nach Oradour kam“, so Hasselfeldt in ihrer Rede am Vorabend der Gendenkveranstaltung zum 73. Jahrestag des Massakers.

Gerda Hasselfeldt in Oradour
© CSU-Landesgruppe
von links: Bürgermeister von Oradour Lacroix, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken Bartsch, Präsident Macron, Generalkonsul von Bordeaux Krug, Gerda Hasselfeldt, Zeitzeuge Hébras

Mittlerweile ist Hasselfeldt zum vierten Mal in Oradour. Hasselfeldts Bemühungen ist es auch zu verdanken, dass sich die Bundesrepublik Deutschland mit einer beträchtlichen Summe an der Sanierung der symbolträchtigen Kirche Saint Martin beteiligt. Sie sei ein wunderbares Symbol für Versöhnung und Verständigung. „Die Kirche in der neu erbauten Gemeinde von Oradour weist in die Zukunft, sie ist ein Symbol für die christlichen Werte der Mitmenschlichkeit, die ohne Glaube, Hoffnung und Liebe nicht denkbar sind“, so Hasselfeldt.

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