Pressemitteilung 19.06.2015
Wer kleine Höfe will, muss etwas dafür tun

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich fort

Zur Diskussion über den Agrarbericht der Bundesregierung und die aktuellen Entwicklungen auf dem Milchmarkt erklärt die agrarpolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe Marlene Mortler:

„Der Agrarbericht macht deutlich: Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich fort. Sich ändernde Anforderungen an die Landwirtschaft von Seiten der Wirtschaft, Umwelt und der Verbraucher fordern gerade bäuerliche Familienbetriebe zusehends heraus.

Je kleiner der Betrieb, desto schwieriger ist es, Investitionen in neue Ställe oder Landmaschinen zu schultern. Auch die Liberalisierung der Agrarmärkte, die ich im Interesse der Verbraucher ausdrücklich begrüße, kann gerade für Kleinbetriebe zur echten Herausforderung werden. Wer kaum Kapital hat, ist Preisschwankungen, wie wir sie gerade bei der Milch beobachten, schutzlos ausgeliefert. Da hilft auch das Wissen nicht, dass sinkende Preise zu einem großen Teil der Marktpolitik des Handels geschuldet sind und deshalb auch wieder vorübergehen.

Wir brauchen keine Zollschranken oder Milchquoten. Aber: Wenn wir wollen, dass bäuerliche Familienbetriebe weiter das Gesicht unserer ländlichen Räume wesentlich prägen, brauchen wir für sie ein Zukunftsprogramm. Dann müssen wir die öffentliche Förderung der Landwirtschaft deutlicher als bisher auf sie ausrichten.

Ein solcher Schritt, würde auch dem zunehmenden Verbraucherinteresse an Produkten aus der Region entgegenkommen. Immer mehr Menschen wollen wissen, wo das Stück Fleisch, das Ei oder die Erdbeere herkommt, die sie essen. Und immer mehr Menschen sagen: Am liebsten von Bauern um die Ecke. Klar ist natürlich auch, dass es hier nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben darf. Wer regionale Produkte im Angebot haben will, muss sie am Ende auch kaufen.“