Pressemitteilung 21.01.2009
FDP spricht mit gespaltener Zunge

Zum Bericht des Europäischen Parlaments zur Lage der Grundrechte in der Europäischen Union

Zum Bericht des Europäischen Parlaments zur Lage der Grundrechte in der Europäischen Union 2004 – 2007 erklärt der europapolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Thomas Silberhorn:

Die mehrheitliche Zustimmung der FDP-Gruppe im Europäischen Parlament zum Bericht zur Lage der Grundrechte in der EU zeigt, dass die Liberalen in Sachen Antidiskriminierung und Grundrechteagentur mit gespaltener Zunge sprechen. Während sich die FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag wiederholt gegen die Europäische Grundrechteagentur und gegen neue Antidiskriminierungsregeln ausgesprochen hat, beschließen die deutschen FDP-Mitglieder des Europäischen Parlaments gemeinsam mit Sozialisten und Linken das glatte Gegenteil.

Die Forderung des Europäischen Parlaments, mit der Europäischen Grundrechteagentur die Menschenrechtslage in den EU-Mitgliedstaaten zu überprüfen, ist inakzeptabel. Dass die ohnehin überflüssige Grundrechteagentur als ‚Kontrollinstrument‘ gegenüber den Mitgliedstaaten eingesetzt wird, wurde bei ihrer Errichtung nicht nur ausdrücklich ausgeschlossen. Es wäre – ebenso wie die geplante Ausweitung der Antidiskriminierungsrichtlinien – ein eklatanter Verstoß gegen das Subsidiaritätsprinzip.

Die CSU-Landesgruppe tritt für einen wirksamen Schutz der Grundrechte in der EU ein. Dabei muss gelten: Wenn eine EU-weite Tätigkeit nicht unbedingt erforderlich ist, dann muss sie zwingend unterbleiben.