Pressemitteilung 16.01.2009
Guantanamo-Häftlinge: Keine Morgengabe an Obama

Zum Vorschlag von Bundesaußenminister Steinmeier, Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo in Deutschland aufzunehmen

Zum Vorschlag von Bundesaußenminister Steinmeier, Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo in Deutschland aufzunehmen, erklärt der außen- und sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Thomas Silberhorn:

Bundesaußenminister Steinmeier hat sich durch seinen unausgegorenen Vorschlag politisch selbst isoliert. Selbst bei den EU-Partnern kann Steinmeier kaum auf maßgebliche politische Unterstützung zählen. Dies vollkommen zu Recht: die Frage der Schließung von Guantanamo stellt sich frühestens mit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Obama.

Zwar ist das Bemühen Steinmeiers verständlich, Fehler nicht zu wiederholen, die bei der Abweisung des Murat Kurnaz und in den deutsch-amerikanischen Beziehungen auch von ihm in seiner früheren Funktion als Leiter des Kanzleramts zu verantworten sind. Gleichwohl besteht keine Veranlassung zu einer Morgengabe für die Obama-Administration, schon gar nicht in Form von Blankoschecks für mögliche Straftäter.

Über den Umgang mit Guantanamo-Häftlingen darf nur nach intensiver Prüfung des Einzelfalls und in Abstimmung mit den EU-Partnern entschieden werden. Ein besonderes deutsches Interesse an einer Aufnahme in Deutschland ist nicht ersichtlich.