Mittwoch, 13. Mai 2009

Sehr geehrte Damen und Herren, am Mittwoch, dem 13. Mai 2009 findet auf Einladung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion das entwicklungspolitische Forum „Sicherung der deutschen Rohstoffversorgung – Der Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für eine nachhaltige und sichere Rohstoffpolitik im gegenseitigen Interesse“ statt.

Zeit: 15.30 bis 17.30 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag, Jakob-Kaiser Haus, Raum 1.228, Eingang Dorotheenstraße 100
 
Die Grundsatzrede über das Thema: Die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft als strategische Herausforderung wird der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg MdB halten.
 
Die deutsche Wirtschaft ist stark abhängig von der Versorgung mit energetischen und mineralischen Rohstoffen aus dem Ausland.
 
Der weltweite Wettbewerb um Rohstoffe ist seit dem Aufstieg der Schwellenländer intensiver geworden. Die globale Nachfrage steigt und die Methoden der Beschaffung haben sich gewandelt: Die staatlich flankierte und den Weltmarkt umgehende Rohstoff-Beschaffungspolitik einiger Schwellenländer stellt jene Volkswirtschaften, die ihren Bedarf bisher über den Einkauf auf dem Weltmarkt abgedeckt haben, vor eine neue strategische Herausforderung.
 
Deutschland muss sich dieser Herausforderung stellen und neue Antworten und Strategien entwickeln, um die Rohstoffversorgung für alle transparent, fair und nachhaltig zu sichern. Dazu gehört die Diversifizierung der Rohstoffquellen, die viele rohstoffreiche Entwicklungsländer in den Fokus der eigenen Interessen rückt.
 
In diesen Ländern stellt sich der potentielle Rohstoff-Segen jedoch häufig als Rohstoff-Fluch heraus: Die extraktive Industrie verursacht Umweltzerstörung. Die lokale Bevölkerung wird von Rohstoff-Profiteuren ausgenutzt. Die Regierungsführung verschlechtert sich, demokratische Kontrolle gerät unter Druck, Korruption macht sich breit. Die Volkswirtschaft wird abhängig allein vom auf und Ab der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt. Gewalttätige Verteilungskämpfe um die Rohstoffquellen, wie im Kongo, führen zu erheblichen Sicherheitsbedrohungen. In vielen Fällen wird die Bevölkerung an den Gewinnen, die bei der Förderung ihrer Bodenschätze erwirtschaftet werden, nicht beteiligt. Die Kontrolle und Sicherung der Nachhaltigkeit im Rohstoff-Sektor ist daher auch eine wichtige entwicklungspolitische Herausforderung zur Verbesserung von Regierungsführung und Armutsbekämpfung.
 
An dieser Schnittstelle zwischen unserer eigenen Wirtschaftspolitik und der Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern übernimmt die Entwicklungspolitik eine zentrale Rolle. Sie kann sowohl im deutschen Eigeninteresse zur politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung der rohstoff-fördernden Entwicklungsländer beitragen und zugleich im Interesse der Partnerländer durch Kapazitätsaufbau und politische Beratung armutsmindernde Impulse setzen.
 
In der Veranstaltung wollen wir die Relevanz der Entwicklungsländer für die deutsche Rohstoffversorgung herausarbeiten, die Situation in rohstoff-fördernden Entwicklungsländern betrachten und die Instrumente und Potentiale der deutschen Entwicklungszusammenarbeit analysieren, um Handlungsempfehlung für die künftige Politik Deutschlands für eine sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung im gegenseitigen Interesse auszuarbeiten.
  
Pressebetreuung: Dr. Dominik Geißler, Telefon 030 / 227-52703
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