Zur Erklärung von Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble, die Selbstständigkeit des THW zu erhalten
Zu der Erklärung von Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble, die Selbstständigkeit des THW zu erhalten, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Hartmut Koschyk, anlässlich eines Gespräches mit dem Präsidenten des Technischen Hilfswerkes, Albrecht Broemme
Ich begrüße ausdrücklich, dass Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble klargestellt hat, dass das Technische Hilfswerk als selbstständige Behörde erhalten bleibt und nicht mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zusammengelegt wird.
Der Bundesinnenminister hatte eine Projektgruppe beauftragt, unter den Gesichtspunkten Aufgabenoptimierung und Steigerung der Kosteneffizienz zu prüfen, ob eine Zusammenlegung von THW und BBK sinnvoll ist. Jetzt hat Bundesinnenminister Dr. Schäuble klar Position gegen eine Zusammenlegung bezogen. Auf dem 3. Deutschen Feuerwehr-Verbandstag in Büsum stellte er eindeutig fest: "Im Ergebnis habe ich mich nach Abwägung aller Gesichtspunkte entschieden, die bundeseigenen Aufgaben im Bereich des Zivil- und Bevölkerungsschutzes auch künftig durch zwei selbstständige Behörden wahrnehmen zu lassen."
Dies ist ein wichtiges und richtiges Signal für das THW und insbesondere für seine Mitglieder. Es ist richtig, die Aufgaben- und Organisationsstruktur im Zivil- und Katastrophenschutz den neuen Herausforderungen anzupassen und effektiver zu gestalten. Eine Zusammenlegung der beiden Behörden hätte dieses Ziel jedoch nicht gewährleistet. Daher ist es von großer Bedeutung, dass der Bundesinnenminister sich unmissverständlich für die Selbstständigkeit des THW, das zu 99 Prozent von ehrenamtlich Tätigen getragen wird, ausgesprochen hat. BBK und THW erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sind deshalb völlig anders aufgebaut. Die Selbstständigkeit des THW ist deshalb von entscheidender Bedeutung für den bestmöglichen Zivil- und Katastrophenschutz.
Besonders zu berücksichtigen sind die gestiegenen Anforderungen an das Technische Hilfswerk angesichts zunehmender Naturkatastrophen und weltweiter Krisenherde, in denen es zu helfen gilt. THW-Präsident Broemme berichtete vom Einsatz des THW im Libanon: Im Auftrag der Vereinten Nationen reparierten Helfer des THW beschädigte Trinkwasserleitungen und überprüften mit einem mobilen Labor das Trinkwasser. Der Einsatz des THW im Rahmen des UN-Projekts hat somit wesentlich zur Wiederherstellung und zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in der südlibanesischen Region beigetragen. Auch wenn sich die Aufmerksamkeit der Medien zumeist auf militärische Beiträge konzentriert, so ist die zivile Aufbauhilfe des THW unverzichtbar. Die globalen Helfer des THW sind hervorragende Botschafter Deutschlands in der Welt.
Zentrale Herausforderung für die Zukunft ist die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements sowie der Ausbau der Nachwuchsgewinnung für das Technische Hilfswerk. Die Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Tätige müssen stets verbessert werden. Es muss gelingen, wieder mehr junge Menschen für den Dienst an der Gemeinschaft zu begeistern.
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