Die am heutigen Montag veröffentlichte Studie des Berliner Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zur "Neuordnung der Krankenhauslandschaft" empfiehlt, die Zahl der Krankenhäuser von derzeit rund 1.400 auf 600 zu reduzieren. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein:

„Wir müssen vorsichtig sein mit Pauschalaussagen. Es dürfen keinesfalls gleiche Maßstäbe an die Krankenhauslandschaft in dicht besiedelten und in ländlichen Regionen angelegt werden. Vielmehr müssen neue verlässliche Strukturen geschaffen werden. Beispielsweise brauchen wir eine innovative Verzahnung von stationärer und ambulanter Behandlung gerade in ländlichen Regionen. Auf diese Weise können wir dörfliche sowie strukturschwache Räume stärken. 

Die Studie erkennt, dass vielen Häusern die Spezialisierung fehlt, was zu Qualitätsverlusten führt. Auch mangelnde technische Ausstattung und zu geringe Erfahrung des medizinischen Personals sind zweifelsohne Nachteile. Jedoch ist bei weitem nicht für jede stationäre medizinische Behandlung eine Spezialisierung erforderlich, beispielsweise bei der medizinischen Grundversorgung sowie bei einigen altersbedingten Krankheitsbildern ist das nicht der Fall. Daher sollten wir uns gegen die Idee wehren, die Krankenhausstruktur durch eine Verknappung der Finanzmittel zu bereinigen. Das führt zu den falschen Konsequenzen und ist am Ende sogar riskant für die Patienten.

Umso mehr ist eine verlässliche, aktive Krankenhausplanung unerlässlich. Dabei müssen wir ein spezielles Augenmerk auf regionale Besonderheiten legen. Ziel muss sein, Unterversorgungen sowie Parallelstrukturen abzubauen. Eine radikale Streichung von Krankenhäusern ist der falsche Weg.“

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