Die komplette Abschaffung der Optionspflicht würde der Integrationspolitik massiven Schaden zufügen.

Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein halten an ihren Plänen fest, im Bundesrat eine Initiative zur Abschaffung der Optionspflicht einzubringen. Dazu erklärt der der innen- und rechtspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Michael Frieser:

Noch bevor die Folgen des letzten Vertrauensbruchs der SPD absehbar sind, stellt die SPD die Koalition vor die nächste Bewährungsprobe. Nach intensiven Verhandlungen wurde im Koalitionsvertrag vereinbart, dass in Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern sich nicht mehr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden müssen.

Während unter Hochdruck ein Gesetz zur Umsetzung der Regelung ausgearbeitet wird, damit Jugendliche zeitnah keine Wahl mehr treffen müssen, zeigen einige Landesminister dass ihnen politische Schachzüge wichtiger sind als die Rechtsicherheit der Betroffenen und torpedieren die Regelung über den Bundesrat.

Die komplette Abschaffung der Optionspflicht würde der Integrationspolitik massiven Schaden zufügen. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist kein beliebiges Stück Papier, sondern Ausdruck der Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft. Deswegen ist es wichtig und richtig, nur den jungen Erwachsenen, die hier durch ihr Aufwachsen verwurzelt sind, die doppelte Staatsbürgerschaft zuzugestehen. Es ist ein Zeichen der Anerkennung und des Wunsches, dass sie Teil unseres Landes sind und auch bleiben sollen. Die gelungene Integration ist der Schlüssel zur doppelten Staatsbürgerschaft. Was für einen Anreiz würde unsere Staatsangehörigkeit noch bieten, wenn sie voraussetzungslos wie an jeden verteilt werden würde.“

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