Jemen ist das klassische Beispiel für eine vergebene Chance

Die USA planen, ihre militärische und nachrichtendienstliche Präsenz im Jemen auszubauen. Damit wollen sie die jemenitische Regierung im Kampf gegen Terroristen unterstützen. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Christian Ruck:

„Erneut bleibt beim Kampf gegen den Terror nur der kost­spielige Weg über das Militär und den Geheimdienst. Je­men ist das klassische Beispiel für eine vergebene Chan­ce, mit einer vorsorgenden armutsorientierten Entwick­lungspolitik auch unsere Sicherheit zu erhöhen. Anstelle sich für eine ausgewogene wirtschaftliche und soziale Ent­wicklung einzusetzen, hat der jemenitische Staat jahrzehnte­lang immer mehr Geld ins Militär gepumpt. Gleichzeitig hat er den Aufbau funktionsfähiger staatlicher Verwaltungsinstitu­tionen und einer der Bevölkerung dienenden Privatwirtschaft versäumt. So wurde der Staat trotz quantitativ starken Militärs immer schwächer und hat den Rückhalt in der wachsenden und jungen armen Bevölkerung verloren. Dies ist der Nährboden, der das Land zum Rückzugs- und Vorbereitungsgebiet für Terroristen gemacht hat.
 
Eine umfassende frühzeitige Entwicklungspolitik, die auf die zivile Entwicklung, den Aufbau von Staat- und Privatwirtschaft, auf Bildung für die sehr junge Bevölkerung und die Be­kämpfung der bitteren Armut gesetzt hätte, hätte einen we­sentlichen und billigeren Beitrag zur Verhinderung der nun eingetretenen Lage leisten können. Die Bundesregierung sollte zügig ein Konzept dafür entwickeln, wie sie die Entwicklungspolitik auch in Ländern mit schwierigen Rah­menbedingungen einsetzen kann, um dort eine Stabilisie­rung zu erreichen und das Entstehen von Terrorrückzugs­gebieten zu verhindern.“
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