Gegenüber Doping wachsam bleiben
Zu den Doping-Vorwürfen des österreichischen Sportmanagers Matschiner im ARD-Film „Geheimsache Doping“ erklärt der sportpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Stephan Mayer:
Die schweren Vorwürfe gegen WADA-Labore und gegen einen namentlich nicht genannten deutschen Leichtathleten müssen schnell aufgeklärt werden. Allerdings bleiben die Verdächtigungen bisher sehr vage. Wenn Matschiner belastbare Informationen hat, sind Staatsanwaltschaft und Polizei dafür die richtige Adresse. Mit Blick auf den des Dopings bezichtigten deutschen Leichtathleten wäre ein Hinweis an den zuständigen Deutschen Leichtathletik-Verband angezeigt gewesen.
Dass Matschiner stattdessen kurz vor Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaft den Weg über die Medien wählt, nährt den Verdacht, dass es ihm vor allem um Selbstdarstellung geht. Dennoch: Die erhobenen Anschuldigungen sind ernst zu nehmen. Es ist zu begrüßen, dass das österreichische Bundeskriminalamt Matschiner erneut vernehmen will.
Soweit die Vorwürfe Bezug zu deutschen Beteiligten haben, muss dasselbe gelten. Mit dem Antidopinggesetz hat die große Koalition zum 1. November 2007 in Deutschland wesentlich schärfere Strafen im Kampf gegen Dopingnetzwerke eingeführt. Auf gewerbs- oder bandenmäßigen Handel mit Dopingmitteln steht seitdem Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Auch der Besitz von Dopingmitteln in nicht geringen Mengen steht seitdem unter Strafe. Wir werden sehr genau beobachten, wie sich das Gesetz in der Praxis bewährt. Weil die Doping-Szene immer erfindungsreicher wird, muss bei Bedarf auch der Gesetzgeber weitere Schritte unternehmen.
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