Die deutsche Entwicklungspolitik hat in den vergangenen Jahren große Erfolge erzielt, stellt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller fest. In seinem Kommentar zum 15. Entwicklungspolitischen Bericht der Bundesregierung macht er deutlich, dass Entwicklungspolitik in dieser Legislaturperiode einen ganz neuen Stellenwert erhalten hat. Der Bericht ist Gegenstand der Bundestagsdebatte am Donnerstag.

von GERD MÜLLER

Gerd Müller
© photothek/Gottschalk

Wir müssen Entwicklungspolitik in ganz neuen Dimensionen denken - das ist die Kernaussage des im April vom Bundeskabinett verabschiedeten 15. Entwicklungspolitischen Berichts der Bundesregierung. Damit haben wir nachhaltige Entwicklung zur Aufgabe aller Politikfelder gemacht – von der Wirtschafts- und Handelspolitik über die Umwelt- und Agrarpolitik bis zur Sicherheitspolitik.

Angesichts der enormen globalen Herausforderungen wie rasantem weltweitem Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Migrationsbewegungen und Gewaltkonflikten ist Entwicklungspolitik die beste Zukunfts- und Friedenspolitik. In Deutschland hat sie deshalb in dieser Legislaturperiode einen ganz neuen Stellenwert bekommen. Dies spiegelt sich auch im Entwicklungsetat wider, der in den vergangenen vier Jahren um 35 Prozent auf einen neuen Höchststand von rund 8,5 Milliarden Euro in 2017 gestiegen ist.

Zusammen mit vielen engagierten Partnern aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen hat die deutsche Entwicklungspolitik in den vergangenen Jahren große Erfolge erzielt:

  • Mit dem vom BMZ gegründeten „Bündnis für nachhaltige Textilien“ werden weltweit soziale und ökologische Produktionsbedingungen in der Textilbranche verbessert.
  • Mehr als eine Million Kinder im Umfeld der Syrien-Krise können mit deutscher Hilfe zur Schule gehen.
  • Durch 14 grüne Innovationszentren in Afrika und Asien steigen die Erträge von über 800.000 kleinbäuerlichen Betrieben.
  • Dank einer deutschen G7-Initiative profitieren bis 2020 zusätzlich 400 Millionen Menschen von Versicherungen gegen Dürre und andere klimabedingte Risiken.

Aber viel bleibt noch zu tun: Noch immer leiden weltweit 800 Millionen Menschen an Hunger, über 700 Millionen gelten weiterhin als extrem arm. Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute.

Deshalb müssen wir auch weiterhin gemeinsam Verantwortung übernehmen für ein Leben in Würde für alle Menschen, ein gerechtes und friedliches Miteinander und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen.

 

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