Erste freie Volkskammer-Wahlen vor 25 Jahren

Es war der Tag der Demokratie in der DDR. Der Augenblick, an dem die Freiheit spürbar wurde - und das durch die Kreuze auf den Wahlzetteln. Am 18. März 1990 fanden in der DDR die ersten freien Wahlen statt: „ein beispielloser Akt der Selbstbefreiung“, so Gerda Hasselfeldt, Vorsitzende der CSU-Landesgruppe. Am Mittwoch erinnerte der Deutsche Bundestag an diesen historischen Moment, der den Weg zur deutschen Einheit ebnete.

Der 18. März 1990 war der Wendepunkt. Erstmals war die Stimme der Bürger in der DDR etwas wert. 40 Jahre gab es zuvor keine geheimen Wahlen, keine unabhängigen Kandidaten, keine demokratischen Prinzipien. Die SED-Regierung nahm ihren Bürgern ihre demokratische Freiheit,  inhaftierte Andersdenkende, erschoss die Menschen, die das Land verlassen wollten.

Mit dem 18. März 1990 war die vierzigjährige SED-Herrschaft Geschichte. Die Allianz für Deutschland ging als klarer Sieger aus den Wahlen zur zehnten Volkskammer hervor. 48,1 Prozent stimmten für das Bündnis aus CDU, DSU und DA. Die ersten freien Wahlen seien die Errungenschaft der Bürger der DDR gewesen, so Hasselfeldt weiter,  der Menschen auf den Straßen von Leipzig, Dresden und andernorts. „Die Menschen in der DDR wollten nicht die DDR reformieren, sie wollten sie überwinden“, unterstrich Hasselfeldt. Und sie wollten die Einheit - so schnell wie möglich.

So arbeitete die erste freigewählte Volkskammer fortan mit Hochdruck an der deutschen Wiedervereinigung.  „Wir haben die Freiheit gewonnen, mit ihr wuchs die Verantwortung“, meinte Dr. Sabine Bergmann-Pohl, damalige Präsidentin der Volkskammer bei einem Symposium der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In wenigen Monaten verabschiedeten die Abgeordneten 160 Gesetze und drei große Staatsverträge.

Heute schienen die Ereignisse von damals alternativlos, so Hasselfeldt. Doch das waren sie keineswegs. Zur historischen Wahrheit gehöre eben auch: „Es waren die Allianz für Deutschland, der Zusammenschluss der CDU-Ost, der DSU und des Demokratischen Aufbruchs, im Osten und die Union im Westen, die sich am klarsten für eine rasche Wiedervereinigung ausgesprochen haben. Das dürfen wir nicht vergessen.“

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