Reden

Peter Aumer
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Freitag, 2. Juli 2010
Wirtschaft und Mittelstand

„Merkel setzt sich gegen Obama durch“

Rede zur Umsetzung Wirtschafts-und Finanzpolitik der G-8- und G-20
20.a) Beratung der Großen Anfrage der Fraktion der SPD
Umsetzung der Ergebnisse im Bereich der Wirtschafts- und Finanzpolitik der G-8 und G-20Gipfel durch die Bundesregierung
- Drs 17/1796, 17/2295 -
20.b) Beratung Antrag DIE LINKE.
G-20-Gipfel in Toronto für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte und eine Wende zur nachhaltigen Regulierung der Weltwirtschaft nutzen
- Drs 17/2232 -
Herr Präsident!
Meine sehr geehrten Damen und Her­ren!
„Merkel setzt sich gegen Obama durch“,
(Lachen bei der SPD)
 
so titelte das Handelsblatt am vergangenen Montag über das Verhandlungsergebnis von Toronto. – Das Lachen der Opposition, denke ich, kommt an einigen Stellen zu Recht, aber insgesamt sollte man doch die Ergebnisse wahrnehmen, die erzielt worden sind. Ich denke, diese sind richtig und wertvoll.
 
Wesentliche Themenfelder standen im Mittelpunkt des Treffens der G-20-Länder.
 
(Christian Lange [Backnang] [SPD]: Im Han­delsblatt steht etwas anderes!)
 
– Ja, heute. Das war am Montag, kurz nach dem Gipfel. Ich denke, dass das doch das Entscheidende ist, oder?
 
(Beifall bei der CDU/CSU)
 
Die Frage des Wachstums und des gleichzeitigen Schuldenabbaus war ein wesentlicher – –
 
(Garrelt Duin [SPD]: Dieser Handelsblatt-Artikel hier ist auch von Montag!)
 
– Ja, dann schauen Sie bitte auf Seite eins. Da steht ge­nau das, was ich Ihnen vorher zitiert habe.
 
(Leo Dautzenberg [CDU/CSU]: Das haben die in Niedersachsen noch nicht mitbekommen!)
 
Vor allem auf Drängen der Bundeskanzlerin wurde be­schlossen, dass die Haushaltsdefizite der Industrielän­der bis 2013 halbiert und ab 2016 abgebaut werden sol­len. Dieser Beschluss hat gezeigt, dass sich Deutschland mit dem Wesenskern unserer deutschen Politik der nach­haltigen Haushaltsführung bei den wichtigsten Ländern dieser Erde durchgesetzt hat.
 
Die Kanzlerin hat vor kurzem gesagt, das, was unsere Zeit heute braucht, sind „Solidarität und Solidität“. Wir Deutschen und die Bundeskanzlerin haben unseren Beitrag dazu geleistet, dass Solidität der öffentlichen Fi­nanzen weltweit einen wichtigen Stellenwert erfährt.
 
(Beifall bei der CDU/CSU)
 
Solidität bedeutet Nachhaltigkeit. Ziel unseres Han­delns muss sein, der Verantwortung für die künftigen Generationen gerecht zu werden.
 
„Wachstumsfreundlicher Defizitabbau“ ist die Zu­sammenfassung des in diesem Punkt Erreichten. Wenn nun die Antragsteller diesen Weg der Solidität infrage stellen, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Meine sehr geehrten Damen und Herren der Linken, diesen Weg der Konsolidierung und Nachhaltigkeit, der sich auf G-20-Ebene durchgesetzt hat, als schädliche Sanierung der öffentlichen Haushalte zu bezeichnen, wie Sie das in Ihrem Antrag tun, ist das einzig Schädliche in dieser De­batte heute
 
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeord­neten der FDP)
 
und zeigt, dass Sie nicht verstehen wollen, warum diese Maßnahmen ergriffen wurden.
 
Neben diesem wichtigen Punkt der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte stand auch die Frage der Fi­nanzmarktarchitektur auf der Tagesordnung der G 20. In einigen Punkten konnte ein Durchbruch errungen werden. Eine abschließende Verhandlung wird beim nächsten G-20-Treffen im Herbst stattfinden.
 
Wenn Sie, sehr geehrte Damen und Herren der SPD, in Ihrer Großen Anfrage, über die wir heute auch disku­tieren, bei den Verhandlungen durch die Bundesregie­rung die notwendige Intensität vermissen, dann schauen Sie doch bitte auch auf die internationale Situation, so wie sie der Bundesfinanzminister in seiner Rede aufge­zeigt hat. Selbstverständlich ergeben sich bei Verhand­lungen zwischen Nationen unterschiedliche Ansätze, die angeglichen werden müssen und die zum Teil verzö­gernd wirken.
 
Bundeskanzlerin Merkel hat bei einer Pressekonfe­renz nach dem Gipfel Folgendes gesagt:
Ich glaube, wir werden auch als G 20 Schritt für Schritt zusammenwachsen müssen, und wir werden gleiche und dennoch unterschiedliche Verantwor­tungen haben.
Die Kanzlerin und der Bundesfinanzminister handeln mit dem nötigen Nachdruck aus der Verantwortung für unser Land und arbeiten deswegen für die Stabilität der internationalen Finanzarchitektur und für die Solidität der internationalen Haushalte – aus der Verantwortung heraus, die wir Deutschen in dieser Welt und für diese Welt haben.
 
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
 
(Beifall bei der CDU/CSU)