Donnerstag, 17. Juni 2010
Umwelt und Naturschutz
Lebensraum Wald stärken
Bundeswaldgesetz wird geändert
Anlässlich der Änderung des Bundeswaldgesetzes erklärt der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Max Lehmer:
Fast ein Drittel Deutschlands ist bewaldet. Der Wald zählt in intensiv genutzten und dicht besiedelten Landschaft zu den naturnächsten Lebensräumen. Es ist daher richtig, das Bundeswaldgesetz zu ändern, denn die Gesetzesänderung stärkt den Lebensraum Wald und macht das Bundeswaldgesetz zukunftsfähig. Der Waldbegriff wird präzisiert, um Zielkonflikte zu entschärfen. Baumplantagen (sogenannte Kurzumtriebsplantagen) und Flächen mit agroforstlicher Nutzung fallen nicht unter den Waldbegriff. Das gilt auch für traditionelle Almweideflächen mit lichter Bestockung, die eine besonders hohe Artenzahl aufweisen und unverzichtbarer Lebensraum für viele Blütenpflanzen, Tagfalter und Vögel sind. Deren Erhalt setzt die Aufrechterhaltung extensiver Beweidung voraus und wird durch die Änderung des Bundeswaldgesetzes gewährleistet.
Das Gesetz wird in weiteren Punkten verbessert: So ist jetzt klar geregelt, dass der Waldbesitzer für waldtypische Gefahren nicht haftet und die forstwirtschaftliche Vereinigungen künftig auch Erzeugnisse der Mitglieder vermarkten können. Dies trägt den heutigen Anforderungen und der Stukturentwicklung im Forstbereich Rechnung.
Die Bedeutung des deutschen Waldes ist groß und vielfältig. 17 Prozent der deutschen Waldfläche, also rund 1,9 Millionen Hektar, sind Teil des EU-Schutzgebietsnetzwerkes NATURA 2000. Sie dienen damit in besonderem Maße dem Natur- und Artenschutz. Der Wald erfüllt wichtige Funktionen als CO2-Speicher, für die Wasserspeicherung und Wasserregulierung, für das Lokalklima und nicht zuletzt als Erholungsraum für die Bevölkerung. Außerdem ist der Wald Wirtschaftsgut und Einkommensquelle für rund zwei Millionen deutscher Waldbesitzer. Der Wirtschaftssektor Forst und Holz hat einen Gesamtumsatz von mehr als 168 Milliarden Euro pro Jahr und bietet circa 1,3 Millionen Arbeitsplätze – ganz überwiegend im ländlichen Raum.