Freitag, 30. Juli 2010
Innen- und Rechtspolitik
Erneuter Nachweis für dringenden Handlungsbedarf
Datenschutz im Internet
Anlässlich der Veröffentlichung der Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern des Internetportals der Firma Facebook erklärt der für den Bereich Datenschutz verantwortliche innen- und rechtpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Stephan Mayer:
Die Zusammenführung und Veröffentlichung personenbezogener Nutzerdaten durch einen amerikanischen Internetspezialisten führt bedauerlicherweise erneut und eindrucksvoll die erheblichen Defizite im Bereich des Datenschutzes im Internet vor Augen. Die riesige Menge der Daten bietet zum einen immensen Raum für missbräuchliche Auswertung oder Verwendung der auf den persönlichen Facebookseiten der Nutzer eingestellten Daten, zum anderen wird ein teilweise sorgloser Umgang mit sensiblen Daten deutlich.
Ich bin überzeugt, dass einem großen Teil der Betroffenen nicht bewusst war, wie groß das Missbrauchspotenzial der eingestellten Daten ist und wie leicht es für jedermann ist, diese Daten zu verarbeiten. Hier sehe ich die Politik gefordert, die Anstrengungen zur Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung in Datenschutzfragen weiter engagiert voranzutreiben.
Facebook und auch andere Betreiber sozialer Netzwerke im Internet müssen aus diesen Vorkommnissen lernen, dass die standardisierten Datenschutzeinstellungen keinen hinreichenden Schutz bieten. Meiner Einschätzung nach sollten Nutzerdaten grundsätzlich nur einem vom Nutzer definierten Personenkreis zugänglich sein. So sollte prinzipiell der öffentliche Zugriff auf die Daten gesperrt sein, bis der Nutzer aktiv die entsprechenden Einstellungen verändert.