Freitag, 8. Januar 2010
Motorisierter Individualverkehr wird auch künftig gebraucht, um den individueller werdenden Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden. Hier werden wir künftig vielfältigere Nutzungskonzepte sehen. Fossile Treibstoffe sind langfristig aber weder ausreichend noch kostengünstig verfügbar und zudem schon heute klimaschädlich. Alternative Antriebstechnologien mit einer zunehmenden Elektrifizierung sind daher eine wichtige Option, um die Mobilität der Zukunft zu sichern.
Chance Elektromobilität Die Fortschritte bei der Batterietechnologie und der Brennstoffzelle machen Elektromobilität zu einer realistischen Zukunftsperspektive und eröffnen die Möglichkeit, erneuerbare Energien auch für den Verkehr zu nutzen. Elektromotoren sind so alt wie Verbrennungsmotoren – da aber bei den technischen Möglichkeiten der Energiespeicherung lange keine Verbesserungen gelangen, wurden sie aus dem Individualverkehr vollständig verdrängt. Heute verursacht der Pkw-Verkehr mit seinen Verbrennungsmotoren knapp 15% der CO2-Emissionen in Deutschland und verbraucht rund 50 % der Mineralölimporte. Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben – reine Batterie- oder Brennstoffzellenfahrzeuge, klassische oder Plug-In-Hybridfahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotor – bieten große Potentiale, die Abhängigkeit von Energieimporten zu senken, CO2-Emissionen zu reduzieren und lokale Schadstoff- und Lärmemissionen zu vermindern.
Stromnetze stabilisieren Elektrofahrzeuge als dezentrale Stromspeicher können langfristig einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze und zur besseren Abstimmung von Stromproduktions- und Stromverbrauchsspitzen leisten. Wichtige erneuerbare Energiequellen stehen nicht kontinuierlich zur Verfügung, sondern nur, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Damit der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch steigen kann, müssen die Stromnetze umgebaut und Stromspeicherkapazitäten eingebaut werden. Die intelligente Nutzung der Batterien von Elektrofahrzeugen als Stromspeicher bietet die Möglichkeit, die Gesamteffizienz der Stromversorgung zu erhöhen. Dies geschieht über eine verbesserte Abnahme von Erzeugungsspitzen und die Annäherung von Erzeugungs- und Lastkurven.
Industriestandort Deutschland stärken Eine Spitzenstellung bei der Entwicklung alternativer Antriebsformen und vor allem der Elektromobilität mit Batterie und Brennstoffzelle ist für den Industriestandort Deutschland von entscheidender Bedeutung. Die Automobilindustrie ist eine der wichtigsten Exportbranchen der deutschen Wirtschaft. Die Fahrzeuge deutscher Hersteller werden weltweit als innovativ, sicher und zuverlässig geschätzt. Diesem Anspruch muss die deutsche Automobilindustrie auch künftig gerecht werden. Strategische Kooperationen bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs mit den traditionell gut aufgestellten deutschen Automobilherstellern und Zulieferbetrieben können einen erheblichen Innovationsschub für die deutsche Automobilindustrie bewirken.
Deutschland – Leitmarkt für Elektromobilität Die CDU/CSU-geführte Bundesregierung unterstützt nachdrücklich den Ausbau der Elektromobilität. Den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ hat das Bundeskabinett im August 2009 beschlossen. Das gemeinsame Regierungsprogramm 2009 bis 2013 von CSU und CDU „Wir haben die Kraft – Gemeinsam für unser Land“ benennt die Elektromobilität als eines von sechs herausgehobenen Zukunftsprojekten.
„Deutschland baut die besten Autos der Welt. Wir wollen in Zukunft auch die besten Elektroautos herstellen“ – unter diesem Motto hat der neue Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer die Entwicklung der Elektromobilität zu einem Schwerpunkt seiner Verkehrspolitik erklärt. Gemeinsam mit ihm will die CSU-Landesgruppe die Weichen für einen erfolgreichen Ausbau der Elektromobilität stellen. Dazu werden in dieser Wahlperiode drei Schwerpunkte gesetzt:
1) Forschung
Wir fördern gezielt die Erforschung und Entwicklung von Stromspeicher- und Netzsteuerungstechnologien. Das Kompetenznetzwerk Systemforschung Elektromobilität verbindet Forschung und Automobilindustrie.
2) Erprobung
Wir werden in Flottenversuchen Nutzerbedürfnisse erforschen und die Technik optimieren. Dazu wurden 8 Modellregionen eingerichtet: München/Oberallgäu, Berlin-Potsdam, Bremen/Oldenburg, Hamburg, Rhein/Main, Rhein/Ruhr, Sachsen, Stuttgart.
Erprobt werden müssen insbesondere auch die Potentiale öffentlicher Fuhrparks und gewerblicher Flottenverkehre: Das Mikroklima der Innenstädte und Ballungsräume ist heute durch verkehrsbedingte Emissionen von Abgasen, Feinstaub und Lärm stark beeinträchtigt. Eine Elektrifizierung des kommunalen und gewerblichen Flotten- und Verteilerverkehrs (wie etwa Stadtreinigung, Müllabfuhr, Paketzustellung) würde lokale Emissionen reduzieren.
3) Anreize schaffen:
Die CDU/CSU-geführte Bundesregierung hat für eine stärker an den Schadstoffemissionen ausgerichtete Umgestaltung der Kfz-Steuer gesorgt. Es wäre in diesem Sinn nur konsequent, Elektrofahrzeuge von der KFz-Steuer ganz zu befreien, wenn sie tatsächlich ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien oder Wasserstoff als Energiequelle nutzen und somit weitgehend schadstoffarm sind.
Die Marktchancen werden auch durch eine rechtzeitige internationale Verständigung auf technische Standards etwa für Steckverbindungen und Software verbessert. Im Rahmen des Transatlantischen Wirtschaftsrates (TEC) wurde als erster Schritt ein EU-/US-Innovationsdialogs mit der Elektromobilität als Leuchtturmprojekt eingerichtet.
Beschluss als PDF zum downloaden