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Freitag, 26. Juni 2009

Die enormen Potentiale des Sports für den Tourismus nutzen

"CSU Landesgruppe im Gespräch" in Inzell
„Die Landschaft ist ein Geschenk Gottes, der Rest ist harte Arbeit“ – das Motto des Vorsitzenden der CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Peter Ramsauer, eignete sich bestens für die diesjährige Veranstaltung „Landesgruppe im Gespräch“ mit dem Thema „Sport und Tourismus: Attraktivität Bayerns als Sport- und Tourismusstandort stärken“ in Inzell. Oberbayern ist mit Orten wie Inzell, Ruhpolding oder Berchtesgaden Heimat zahlreicher internationaler Sportstätten. Doch mit harter Arbeit müssen diese Potenziale erhalten und ausgebaut werden. Diese Forderung stand am Anfang des Meinungsaustauschs mit über 120 Gästen.
Die CSU-Landesgruppe hatte hochkarätige Teilnehmer zu der Veranstaltung eingeladen: So hielt der ehemalige Leistungssportler und jetzige Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Eberhard Gienger, das Impulsreferat zum Thema „Spitzensportveranstaltungen als Wirtschaftsimpuls“. Auf dem ersten Podium, unter der Moderation der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Raab, waren mit dabei unter anderen auch die Rennrodel-Legende Schorsch Hackl sowie der sportpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe Stephan Mayer. Mit dabei auch der sportpolitische Sprecher der Unionsgesamtfraktion Klaus Riegert, Karl Rauh, Vizepräsident für Leistungssport des bayerischen Landessportverbandes und der Landrat des Landkreises Traunstein, Hermann Steinmaßl.

Nach der Begrüßung durch den Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Hartmut Koschyk, machte der Bürgermeister der Gemeinde Inzell, Martin Hobmaier, in seinem Grußwort darauf aufmerksam, dass der Tourismus als Lebensader der heimischen Wirtschaft viele Berührungspunkte mit dem Sport habe und dass ein qualitativ hochwertiges Sportangebot unbedingte Voraussetzung für das Bestehen im internationalen Wettbewerb sei.

Dr. Peter Ramsauer, CSU-Landesgruppenvorsitzender und heimischer Bundestagsabgeordneter sowie Mit-Initiator der Gesprächsreihe, wies in seiner Begrüßung auf die zunehmende Bedeutung des Sporttourismus hin. „Für den internationalen Spitzensport müssen wir uns mit immer anspruchsvolleren Wettbewerbs-, ja fast Labor-Bedingungen rüsten, damit wir die auch in den schönsten oberbayerischen Orten feststellbaren Übernachtungsrückgänge kompensieren können“, so Ramsauer. Als „Mutmacher“ für die Wintersportorte Inzell, Ruhpolding und Berchtesgaden nannte er die Summe von 73 Millionen Euro. Sie werden im Rahmen des Konjunkturpakets II für kommende Spitzensport-Ereignisse zur Verfügung gestellt. Wie wirtschaftlich bedeutungsvoll Großsport-Veranstaltungen sind, wies Ramsauer anhand der letzten Biathlon-WM in Ruhpolding nach. Es sei ein Kaufkraftzufluss von rund 5 Millionen Euro verzeichnet worden. Er betonte auch noch einmal wie wichtig der CSU der Einsatz für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für das Hotel- und Gaststättengewerbe ist.

Eberhard Gienger skizzierte dann ebenfalls die Bedeutung des Sports als „wichtigen ökonomischen Faktor“. „Sport macht nicht nur Spaß, sondern erzeugt auch Umsatz und Wertschöpfungswirkungen.“ Am Bruttoinlandsprodukt habe die „Querschnittsbranche“ Sport einen Anteil von rund 13,2 Milliarden Euro. Eine Summe, die sich unter anderen aus den Anschaffungen von Sport-Ausstattung, von Geräten und Tickets für Veranstaltungen zusammensetzt. In der Europäischen Union sichert die Sport-Branche zudem 15 Millionen Arbeitsplätze. Georg Hackl, Rennrodel-Legende und Kreisrat aus Berchtesgaden hielt ein Plädoyer dafür, dass attraktive Sportangebote nicht nur in Ballungszentren, sondern auch für den ländlichen Raum zur Verfügung stehen. Nachdrücklich unterstützte Hackl die Bewerbung Münchens als Winter-Olympiastätte im Jahr 2018.

Nach einem zweiten Impulsreferat von Christoph Hillenbrand, dem Regierungspräsidenten von Oberbayern und Vorsitzenden des Tourismusverbands München und Oberbayern, diskutierten Siegfried Gallus, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ernst Hinsken, der Tourismusbeauftragte des Bundesregierung, die Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses des Deutschen Bundestages, Marlene Mortler sowie Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Finanzministerium, über innovative Tourismusangebote für Bayern.

Dabei herrschte Einigkeit darüber, dass Bayerns vielfältige Landschaft beste Chancen für einen Ausbau des Tourismus bietet. Mortler verlangte, einen Ausbau der Spitzenposition Bayerns. „Bayern ist Reiseland Nummer eins in Deutschland. Es muss seine Stärken als Sportreiseziel daher weiter erkennen, bewerben und fördern“, erklärte die Tourismus-Ausschussvorsitzende. Weiteres Thema waren die ungleichen Wettbewerbsbedingungen bayerischer Gastronomen und Hoteliers im Vergleich zur Branche in den Nachbarländern. Gelobt wurden ausdrücklich die Leistungen der Landwirte auf dem Gebiet der Kultur- und Naturpflege.