Donnerstag, 14. Mai 2009
CSU-Landesgruppe gratuliert „ihrem Theo“ mit Festschrift
Zum 70. Geburtstag von Dr. Theo Waigel
Im Rahmen einer Veranstaltung aus der Reihe „Dialog unter der Kuppel“ im Berliner Reichstagsgebäude gratulierte die CSU-Landesgruppe ihrem langjährigen Vorsitzenden, Bundesfinanzminister und CSU-Vorsitzenden auf das Herzlichste zum 70. Geburtstag. Gefolgt waren der Einladung über 200 namhafte Gäste aus der nationalen und internationalen Politik, Wirtschaft und Finanzwelt sowie persönliche Wegbegleiter des Jubilars.

v.l.n.r.: Hartmut Koschyk, Jean-Claude Juncker, Irene Epple-Waigel, Dr. Theo Waigel, Maybrit Illner und Dr. Peter Ramsauer
In seiner Begrüßungsrede würdigte der CSU-Landesgruppenvorsitzende Peter Ramsauer den Jubilar als einen der ganz Großen der CSU. In seinen sieben Jahren an der Spitze der Landesgruppe, neuneinhalb Jahren an der Spitze des Bundesfinanzministeriums und gleichzeitig zehn Jahren an der CSU-Spitze habe sich Theo Waigel zugleich um die deutsche Politik in herausragender Weise verdient gemacht.
Altkanzler Helmut Kohl sei völlig Recht zu geben, wenn er Theo Waigel als einen „Glücksfall für Deutschland und Europa“ bezeichne. Denn Theo Waigel habe entscheidend an zentralen Weichenstellungen der neueren deutschen und europäischen Geschichte mitgewirkt. Dabei gab es für die finanz- und währungspolitischen Herausforderungen, die er zu schultern hatte, keinerlei historischen Vorbilder. Als Beispiele führte Ramsauer die maßgeblich von Theo Waigel konzipierte deutsche Währungsunion, den deutsch-sowjetischen Überleitungsvertrag, den währungspolitischen Teil des europäischen Vertragswerks von Maastricht mit der Einführung des Euro sowie den Europäischen Wachstums- und Stabilitätspakt an.

Jean-Claude Juncker, Theo Waigel und Maybrit Illner im Gespräch
Als besonderes Geschenk überreichte Peter Ramsauer dem Jubilar eine Festschrift mit dem Titel: „Weichenstellungen für Deutschland und Europa“ mit Beiträgen von Wegbegleitern aus der CSU, ehemaligen Kabinettskollegen und finanzpolitischen Beratern, Persönlichkeiten der internationalen Bühne sowie Vertretern der Geisteswelt aus Philosophie und Theologie. Ergänzt werden diese Beiträge durch Geleitworte von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Helmut Kohl. Stellvertretend für die vielen prominenten Autoren zitierte der Landesgruppenvorsitzende Reiner Kunze, sicher einen der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Lyriker: „Es ist ein Privileg, einen Menschen als Freund zu haben, bei dem einem nie der Gedanke käme, er könnte jemals korrumpierbar gewesen sein. Es ist ein Privileg, mit einem Politiker befreundet zu sein, dem Skrupellosigkeit fremd ist. Es ist ein Privileg, dem Freund nach Jahren sagen zu können: Du warst immer glaubwürdig.“ Ein schöneres Kompliment könne man einem Politiker nicht machen, so Ramsauer.
In einer anschließenden Dreierrunde gingen Theo Waigel, der Ministerpräsident des Großherzogtums Luxemburg, Jean-Claude Juncker, sowie Moderatorin Maybrit Illner der Frage nach, welchen Stellenwert das Projekt Europa für die Menschen heute und in Zukunft hat und haben sollte. Dabei zeichneten die beiden Freunde Jean-Claude Juncker und Theo Waigel, die über lange Jahre auf europäischer Ebene Seite an Seite um die richtigen Entscheidungen für Deutschland und Europa gerungen haben, die wesentlichen Stationen und Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte nach. Mit großer Ernsthaftigkeit, zugleich illustriert durch launige Anekdoten, ließen die beiden Politiker die enormen Hürden und Widerstände Revue passieren, die bei zentralen Entscheidungen etwa zur deutschen Einheit, der Euro-Einführung, dem EU-Stabilitätspakt und anderen Fragen zu nehmen waren. Theo Waigel appellierte dabei eindringlich an die junge Generation, sich stets bewusst zu sein, dass die europäische Einigung gerade für uns Deutsche das größte Friedenswerk darstellt, das es zu erhalten und zu sichern gilt.
Beim anschließenden Empfang an diesen hoch interessanten und durchaus kurzweiligen „Dialog unter der Kuppel“ hatten die Gäste der CSU-Landesgruppe ebenso Gelegenheit, alte Gesprächsfäden wiederaufzunehmen wie aktuelle Fragen zu erörtern. Nicht wenige nutzten zudem die Gelegenheit, die ihnen überreichte Festschrift von Theo Waigel signieren zu lassen.