Freitag, 19. März 2010
Innen und Recht, Kommunen
Anerkennung für Lebensleistung
Qualifikationen anerkennen, damit Migranten nicht lebenslänglich auf staatliche Transferleistungen angewiesen sein müssen
Zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Stefan Müller:
Die Integrationsministerkonferenz berät den gesetzlichen Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren für alle im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse und Qualifikationen. Es ist gut, dass nun auch auf Landesebene der Stein ins Rollen kommt, der auf Bundesebene durch das Eckpunktepapier der Bundesregierung bereits im vergangenen Jahr angestoßen worden ist. Versierte Fachkräfte mit im Ausland erworbener Qualifikation sollen die Möglichkeit erhalten, auf ihrem Leistungsniveau zu arbeiten.
Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, deshalb ist qualifizierte Arbeit für die Zukunft Deutschlands alternativlos. Deutschland ist auf gut ausgebildete Menschen angewiesen, denn der demografische Wandel verändert unsere Gesellschaft und trotz Finanzmarkt und Wirtschaftskrise führt er in bestimmten Arbeitsmarktsegmenten zu einem Mangel an qualifizierten Fachkräften. Dies gilt nicht nur für Ingenieurberufe, Ärzte, Lehrkräfte und Pflegefachkräfte, sondern auch für die mathematisch- naturwissenschaftliche Berufe.
Um Wohlstand und Wirtschaftskraft für alle Menschen in Deutschland zu sichern, müssen wir daher die Qualifikationspotentiale der Menschen in unserem Land besser nutzen. In vielen Fällen ist der Zugang zu qualifizierten Berufen aufgrund fehlender Anerkennungsmöglichkeiten erst nach dem Erwerb eines entsprechenden deutschen Abschlusses möglich. Viele Migranten bringen eine gute berufliche Qualifikation mit, werden aber auf Arbeitsplätzen eingesetzt, die nicht ihren Qualifikationen entsprechen. Es ist daher unabdingbar, dass die Lebensleistung von Migranten anerkannt wird, damit sie nicht lebenslänglich auf staatliche Transferleistungen angewiesen sein müssen.